FATCA: Bedeutung

Was ist FATCA?

Die US-Regierung nimmt mit FATCA (Foreign Account Tax Compliance Act) die internationale Finanzindustrie in die Pflicht, innerstaatliches US-Recht weltweit durchzusetzen. Ziel ist die Erlangung von steuerrelevanten Daten von US-Personen.

Diese Mithilfe wird bei Finanzinstitutionen weltweit hohe Integrations- und Folgekosten auslösen. Das Gesetz FATCA wurde am 18. März 2010 verabschiedet und wird bis 2015 in Stufen wirksam werden.

Nicht kooperierende Finanzinstitute und Versicherungen, sowie alle Finanzinstitutionen, die Gelder verwalten oder durchleiten, werden mit einer Strafsteuer von 30 % auf US-basierte Erträge (einschließlich Verkaufserlöse) belegt, falls sie nicht freiwillig einen Vertrag mit der IRS unterschreiben und ein entsprechendes Reporting umsetzen.

Nachfolgende Grafik gibt einen Überblick über die FATCA Rollenverteilung.


Übersicht der FATCA Rollenverteilung
Übersicht der FATCA Rollenverteilung

Wer muss FATCA beachten? Für welche Institution gilt FATCA?

Nach aktuellem Stand sind alle Finanzinstitutionen von FATCA betroffen, die Erträge aus US-Quellen erhalten bzw. US-Kunden oder Gesellschaften mit US-Beteiligungen betreuen.

Das heißt, dass von dieser US-Regulierung neben Banken und Versicherungen auch z. B. Investmentgesellschaften, Clearinghäuser, Fondsgesellschaften und Vermögensverwalter betroffen sind. Schätzungsweise handelt es sich hier weltweit um 50.000 bis 100.000 Finanzintermediäre.

FFI-Anforderungen von den USA

Die US-Behörde belegt „Foreign Financial Institutions“ (FFIs) mit einer Strafsteuer von 30 % auf alle US-basierten Erträge wie Zinsen, Dividenden, Veräußerungserlöse, es sei denn, sie erklären sich zur Schließung eines Vertrages mit dem IRS bereit.

Mit dem Vertrag des IRS verpflichten sich FFIs

  • US-Konten zu identifizieren
  • Kunden zu überprüfen
  • jährlich Informationen über Kontoinhaber (u. a. Adressen, Kontosaldo und Depotbestand) an den IRS zu melden
  • von Kunden, die sich der Offenlegung verweigern, 30 % Strafsteuer einzubehalten
  • dem IRS auf Anfrage weitere Auskünfte zu geben.


Die wesentlichen Anforderungen an die FFIs sind

  • Identifizierung und Klassifizierung aller Kunden
  • Steuereinbehalt
  • Reporting